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Altes/Neues Gewerbe/Post

Die ehemalige Baumaterialienhandlung von Karl Jonas in der Friedrich-Rech-Straße steht heute unter Denkmalschutz

Karl Johann Jonas *11.03.1874 +19.09.1954
verheiratet mit Anna Klein (+1907)
2. Ehe mit Friederike Elisabeth Müller *16.12.1875 +16.08.1970
Heirat am 10.05.1911
Sohn Bruno Peter Jonas *25.09.1916 +03.03.2003

Haus Jonas

Karl Jonas baute das Haus 1904-05 in der damaligen „Mittelstraße 21“ im klassischen Jugendstil; die Vorderfront war reich geschmückt mit stilechten allegorischen Figuren, die leider durch Granatbeschuss gegen Ende des 2. Weltkrieges zerstört worden sind.
Bei der Renovierung 1978 wurde als einziger Schmuck der Kopf eines hintergründig lächelnden Zeus mittig des Erkers über dem Eingang angebracht. Dieser Kopf wurde von der Künstlerin (Bildhauerin) Guta von Freydorf-Stephanow aus Leutesdorf gearbeitet, die auch das Denkmal des Naturforschers Prinz Maximilian zu Wied vor dem Schlosstheater geschaffen hat.

 

Eingang

 

Karl Jonas betrieb anfänglich Handel mit Landesprodukten, Bau- und Brennstoffen. Später kam die Herstellung und der Vertrieb von Fensterbänken, Treppenstufen, Grabsteinen hinzu. Vor dem Anwesen befindet sich eine Großwaage für Fuhrwerke mit einem separaten Wiegehaus, das noch heute besteht.
Als der Sohn Bruno 1945 aus dem Krieg heimgekehrt war, übernahm er den Betrieb und erweiterte ihn um die Fabrikation von Bimssteinen. Ende der 1950er Jahre entwickelte er zudem ein eigenes System für 3 Kammer Kläranlagen und stellte weitere Betonfertigteile wie Lichtmasten für Straßenbeleuchtung und Schleuderbetonrohre her.1984 wurde die Fabrikation verlagert.

Seit 2008 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. In der Begründung heißt es, dass das Gebäude „in seiner traufständigen Fassade ein Repertoire des dem damaligen Zeitgeschmack entsprechenden gründerzeitlichen Formengutes zeigt: von Werksteinen kunstvoll gerahmte vierflügelige Fenster im Erdgeschoss sowie gekoppelte Fenster im Obergeschoss mit geschwungenen stuckierten Verdachungen.“

Weiter werden explizit die restaurierte doppelflügelige Eingangstür und die gedrechselte Holztreppe genannt, sowie die Villeroy & Boch - Fliesen im Eingangsbereich und in der ehemaligen Küche.

Fliesen

 

2020 erwarben Maren Dümmler und Arne Petry das Gebäude und haben neben den bereits restaurierten und rekonstruierten Holzelementen von Fenster und Treppe die originalen Wanddekorationen freigelegt. Im Erdgeschoss und im Treppenhaus finden sich üppige, vollflächige Wandgestaltungen, in teilweise leuchtenden Farben; im ersten und zweiten Obergeschoss beschränkt sich die Dekoration hauptsächlich auf Verzierungen im oberen Wandbereich. Die mit Leimfarben gestempelten Bordüren und Wandläufe sind im klassischen Jugendstil gehalten. Dekorativ geschwungene Linien wechseln sich mit floralen Ornamenten oder werden kombiniert.

 

Ornamente

 

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